Montafon Glutenfrei: Skiurlaub im Hotel Sonnblick

Für unseren diesjährigen glutenfreien Ski-Urlaub hatte ich eine Weile gesucht. Ich wollte gerne ins Montafon weil dies nicht so weit zu fahren war und außerdem das Ski-Gebiet ausreichend groß ist. Aber natürlich brauchte ich glutenfreies Essen und mit Schwimmbad sollte das Hotel auch sein. Nach einiger Internet-Recherche fand ich schließlich das Hotel Sonnblick, das leider relativ weit von der Gondelstation war, aber sie bieten einen sehr gut funktionierenden Shuttle-Service an. Per Email versicherte ich mir bei der Buchung schon die Fähigkeit zu glutenfreier Küche, sicherheitshalber rief ich auch noch ein paar Tag vor der Reise an.
Auch bei der ausgewählten Skischule „Gaschurn-Partenen“ rief ich ein paar Tage vorher an und erfuhr, dass sie immer in der Hütte „Nova Stoba“ zu Mittag essen würden, da nahm ich mir vor am ersten Tag zu klären wie es mit glutenfreiem Essen aussähe.

Nach einer langen Fahrt im Schneechaos erreichten wir gegen 18:00 endlich das Hotel. 
Ich hatte ein bißchen erwartet, dass wie beim letzen Skiurlaub jemand aus der Küche mit mir sprechen würde, auf Nachfrage an der Rezeption hieß es aber nur, alle wüssten schon bescheid, wir sollten nur dem Service-Personal noch einen Hinweis geben. Generell gab es so eine Erklärung wie es mit Frühstück und Abendessen liefe, ob man einen festen Platz hat, wann man das Menu wählt, etc. aber auch bei den anderen Gästen nicht.

Frühstück

Am ersten Abend fragte ich nach wie es denn mit glutenfreiem Frühstück aussähe. Erst hieß es, es gäbe nur glutenfreies Brot, keine Brötchen. Dann ging die Bedienung weg und kam mit einem Muffin und zwei kleinen Körnerbrötchen von Resch + Frisch zur Anschaung wieder und wir klärten, dass wir diese drei Sachen gerne am nächsten Tag zum Frühstück hätten.
Immerhin nicht nur Brot, Körnerbrötchen sind aber nicht wirklich L.’s Geschmack.

Beim ersten Frühstück konnte ich dann mit einer anderen Dame sprechen. Sie sagte mir sie bestelle immer Montags bei Resch und Frisch, daher könnten wir uns dann was aussuchen. Ich habe Laugenbrötchen, Kaiserwecken und Pizza bestellt. (Später stellte sich dann raus, dass die Kaiserwecken nicht lieferbar waren, die Pizza haben wir nicht gebraucht)-

Bein dritten Frühstück gab es wieder die beiden Körner-Brötchen plus Muffin, dann kam die Frau aber gleich noch und sagte, die Lieferung von Resch und Frisch wäre gerade gekommen, es sei noch ein Laugenbrötchen im Ofen, davon kamen dann sogar zwei, so dass wir insgesamt fünf glutenfreie Backwaren zu Auswahl hatten. Die Laugenbrötchen waren zwar in der Mitte noch gefroren, aber jeweils die Hälfte war essbar. Irgendwie schienen sie jetzt mit Masse überzeugen zu wollen.

So ging es weiter, bis auf ein einziges Mal gab es immer abgepackte Resch + Frisch. Dieses eine Mal war es eine andere (mir nicht erkennbare) Marke, leider wurden die Brötchen ohne Verpackung in einen Korb getan, der sonst auch für andere Brötchen verwendet wurde. Ich wies die Dame (für das nächste Mal) freundlich darauf hin, dass das Essen so nicht kontaminationsfrei sei.

Generell war es immer etwas mehr als wir brauchten, dafür konnten wir für Notfälle und die Rückfahrt was aufheben.

Abendessen

Normalerweise gab es für die Erwachsenen ein 5-Gänge-Menu mit Wahl aus zwei Hauptspeisen, Fisch oder Fleisch, und für die Kinder Suppe, Hauptspeise und Nachtisch (fast immer Eis) ohne Wahlmöglichkeit.

Dabei schafften sie erfreulicher Weise fast immer eine glutenfreie Variante anzubieten, die der normalen Variante in etwa entsprach:

  • Schnitzel mit glutenfreier Panade
  • Hähnchen-Nuggets mit glutenfreier Panade
  • glutenfreie Spaghetti

Statt Fischstäbchen gab es dann mal Scholle mit Käsekruste, nur bei den Frikadellen schafften sie keine glutenfreie Variante herzustellen und es gab statt dessen ein unpaniertes Schnitel.

Die Suppe wurde fast immer von meinen Kindern abgelehnt, wenn Nudeln drin waren wurden diese in der glutenfreien Variante einfach weggelassen.

Wenn es zum Nachtisch Eis nach Wahl gab wurde meistens  statt Waffelrolle eine Physalis reingelegt. 
Am zweiten Abend sagte ich nicht mehr extra dass das Eis ohne Waffel sein sollte und prompt kam es mit. Ich sagte ihnen relativ deutlich dass das so nicht ginge und sie bitte ein neues („nicht einfach rausnehmen!“) bringen sollten, was sie auch unter vielen Entschuldigungen machten.
Am dritten Abend gab es Abends Schokopudding, die Kellnerin fragte mich extra ob dieser denn glutenfrei sei. Ist ja nett dass sie sich erkundigt, aber eigentlich sollten das doch die Leute in der Küche selbst wissen.

Skischule + Hütten

Mein Plan war die Kinder am ersten Skischultag zur Mittagspause an der Hütte abzuholen und dort zu klären ob es zumindest glutenfreie Pommes gäbe, ansonsten hatte ich für den Notfall ein Brötchen vom ersten Frühstück übrig, das hatte ich belegt und zusammen mit ein paar Riegeln und Schokolade zusammengepackt und in eine Bauchtasche getan.

In der Skischule hiess es dann dass sie heute wegen Lawinengefahr in ein anderes Gebiet fahren würden, da wüssten sie nicht wo sie überhaupt essen würden und konnten daher auch nichts zum Thema „glutenfrei“ sagen. Und abholen konnte ich die Kinder daher auch nicht. Also habe ich ausgehandelt, dass ich L. die Bauchtasche mit dem Essen mitgebe, sie nur was zu trinken und „Betreuung“ bekommt und dafür dann 5,- statt 11,- bezahle.

Ich konnte dann bei meiner eigenen Mitagspause klären, dass sie in der Nova Stoba eine eigene Friteuse für die Pommes hatten daher konnte L. dann an den anderen Skischul-Tagen dort Pommes (teilweise mit Frankfurter Würstchen) essen.

Nachdem die Skischule zu Ende war und L. war mit mir unterwegs waren wir mittags zweimal in der Brunella Hütte in Gafrescha wo es ebenfalls eine eigene Friteuse gibt, insgesamt wurden ziemlich viele Pommes die Woche gegessen.

Jause (Nachmittagsmahlzeit)

Nach dem ersten Mal Skifahren zur Jause lagen schon zwei Stücke glutenfreier Mango-Kuchen für L. auf einem Extra-Teller bereit. Anscheinend hatten sie eine größere Portion auftauen müssen, der Rest stand mit normalem glutenhaltigen Kuchen zusammen auf einer Kuchenplatte. Wenn sie noch mehr wollte, könne sie sich das ja dann davon nehmen. Daher musste ich dem Kelnner erstmal die Gefahren der Kontamination erklären und sagte ihm, dass er bitte den Kuchen für L. immer extra stellen sollte.

Am nächsten Tag bekamen wir zwei Stück glutenfreien Kuchen und zwei Körner-Brötchen, alles von Resch + Frisch.


Diese beiden Varianten wechselten sich den Rest der Woche ab. Leider wurde dabei auch mal der Mango-Kuchen komplett mit anderem Kuchen auf eine Platte gestellt. Ich bin nicht so der Typ der dauern die Leute belehren will, wir haben einfach stillschweigend zwei Stücke genommen, die am Rand möglichst weit weg von den anderen lagen. Der Kellner meinte dann noch, er „glaube“ der andere Kuchen sei auch glutenfrei. Was soll ich mit dieser Aussage anfangen?

Fazit

Zusammengefasst sind sie schon sehr bemüht und die Tatsache, dass das Zöli-Kind nicht mit irgendwas abgespeist wird sondern in der Regel eine ähnliche Alternative zum normalen Kinder-Essen gibt finde ich gut.
Ansonsten ist gerade beim Thema Kontamination noch Verbesserungsbedarf da.

Generell hat mir das Hotel nicht so gut gefallen, 2 von 3 Stockwerken sind noch nicht renoviert und wirken daher ältlich. Der Kinderspiel-Raum beschränkt sich auf Tischtennis-Platte, Kicker und Billard, die letzten beiden kosten aber Geld.

Man muss natürlich auch sagen, dass dieses Jahr (Januar 2019) die Schneelage in ganz Österreich krass war, man konnte daher nicht gut Skifahren und sowas schlägt natürlich auch auf die Stimmung und kann einen subjektiven Eindruck schmälern.

PS: Kurz nach dem Urlaub hatte L. ihre jährliche Blutuntersuchung. Alles unauffällig, die Kontamination sollte sich also im Rahmen gehalten haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.